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gelegt: ihre Haare, etwas i» Unordnung gcrathcn, fielenüber den elfenbeinernen Hals, welchen die Kleidung znmTheil sehen ließ; und wie ihre dunkeln Augen in dankba-ren Thränen schwammen, und ihre Wange von der jüngsterlebten Aufregung flammte: da hatte der Gott desLichts und der Musik selbst i» seinen arkadischen Thälernnie, in seiner sterblichen Hülle, um eine schönere Jung-frau oder Nvmphe schmeichelnd geworben.
Zanoni betrachtete sie mit einem Blick, worin Be-wunderung nicht ohne Beimischung von Mitleid zu scvuschien. Er murmelte einige Worte für sich, und sprachdaun laut zu ihr:
„Piola, ich habe Euch aus einer großen Gefahr ge-rettet, Euch nicht bloS vor Entehrung, sondern vielleichtauch vor dem Tod bewahrt. Der Fürst von — - ist,
unter einem schwachen Despoten und einer feilen Ver-waltung, ein beinahe über das Gesetz erhabener Mann.Er ist jedes Verbrechens fähig; aber bei seinen Leiden-schaften besitzt er auch so viel Klugheit, wie sonst demEhrgeiz zukommt : hättet Ihr Euch nicht in Eure Schandeergeben und damit versöhnt, so wäret Ihr nimmer in dieWelt zurückgckehrt, um Eure Geschichte zu erzählen. DerEntführer hat kein Herz, um zu bereuen, wohl abereine Hand, die morden kann. Ich habe Euch gerettet, Vio-la: vielleicht möchtet Ihr mich fragen, warum?" Zanonihielt inne und lächelte schmerzlich, als er fortfuhr: „Ihrwerdet mir nicht so Unrecht thnn und denken: der Euchgerettet, sey nicht minder selbstsüchtig, als der Euch Un-