Druckschrift 
2 (1842)
Entstehung
Seite
33
Einzelbild herunterladen
 

33

Die weitere Erklärung ward abgeschnitten, denn sietraten jetzt zn dem Grafen. Als Glyndon in den Wagenstieg und das Glasfenster hinaufzag, sah er vier Män-ner beiseite auf dem Pflaster stehen , die ihn anfmerksamins Auge zu fassen schienen.

ü'osiwtt»!^ schrie Einer,das ist der Engländer!" Glyndon verstand den Ausruf nur halb, da derWagen fortfnhr. Er erreichte wohlbehalten seine Woh-nung.

Die innige, zärtliche Vertraulichkeit, welche in Ita-lien besteht zwischen der Amme und dem Kind, das sicaufgezogen, und welche Shakspeare'sRomeo und Julie"keineswegs übertreibt, mußte nothwcndig noch innigerund fester als gewöhnlich werden in einer so frenndlosenLage, wie die der verwaisten Sängerin war. In Allem,was die Schwächen des Herzens angeht, hatte Gianettaeine reiche Erfahrung, und als drei Nächte vorher Viola,bei der Nachhanscknnft vom Theater, bitterlich geweinthatte, war cS der Amme gelungen, ihr das Geständnis;zn entlocken, daß sie einen Mann gesehen, den sie in zweilangen und crcignißreichcn Jahren nicht gesehen, abernie vergessen, nnd der, ach! nicht durch das leisesteZeichen verrathen hatte, daß er sic wieder erkenne! Gia-netta konnte nicht all die unbestimmten, unschuldigen Ge-fühle begreifen, welche in diesem Kummer zusammenflo-ßen; aber sie löste sie alle mit ihrem einfachen, derbenVerstand in das Eine Gefühl der Liebe auf. Und daDutwer'« Romane. XttVI.

c»