Druckschrift 
2 (1842)
Entstehung
Seite
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auf dic Arbeit wirft, van Blume zu Blume geflogen.Er hatte, beinahe bis zur widerstehenden Sättigung diefröhliche» , taumelnden Vergnügungen Neapels genossen,als er sich in das Angesicht und die Stimme der ViolaPisani verliebte. Aber seine Liebe war, wie sein Ehrgeiz,unstet und flüchtig. Sw befricdiglc nicht sein ganzes Herz,füllte nicht sein ganzes Wesen ans; nicht wegen Mangelan starker und edler Leidenschaft, sondern weil sein Ge-müth noch nicht genug gereist und fest war für ihre Entwick-lung. Wie es eine Jahreszeit gibt für dic Blüthe, eineandere für die Frucht, io reist auch erst, wenn die Blütheder Phantasie zu erbleichen ansängt, das Herz für die Lei-denschaften, welchen die Blüthe weissagend vorangeht.Fröhlich ebenso vor seiner einsamen Stasfclci, wie unterseinen guten Eameradcn, hatte er noch nicht genug Sorgeund Kummer empfunden, um tief zu lieben. Denn derAlaun muß in den geringer» Dingen des Lebens Krän-kungen nnd Enttäuschungen erfahren haben, ehe er denvollen Werth des Größten zu fassen vermag. Die seichtenSensnalisten Frankreichs sind es, die in ihrer Salon-sprache die Liebe eine Thorheit nennen. Die Liebe, rich-tiger begriffen, ist Weisheit. Auch galt dem ClarenceGlyndon dic Welt zu viel. Sein Künstlcrehrgciz wargebunden an den Beifall nnd die Schätzung jener ärm-lichen Minorität der Oberflächlichen, die wir Publikumnennen.

Wie Alle, die täuschen, fürchtete er selbst auch immer,die äuge Andrer zu werden. Er mißtraute der süßen Un-