»och beunruhigenderen Zustande als ihr Gatte. Die Nea-politaner, so wie die Bewohner aller warmen Climateüberhaupt, werden in ihrer Furcht vor ansteckenden Krank-heiten leicht selbstsüchtig und gefühllos. Gianetta behaup-tete selbst krank zu seyn, um das Krankenzimmer meiden zukönnen. Die ganze Last des Kummers und der Liebe fielauf Viola. Es war eine schreckliche Prüfung — gern eileich über die Eiuzelnheiten hinweg. Die Frau starb zuerst!
Eines Tages, kurz vor Sonnenuntergang, erwachtePisani, zum Theil gebessert, aus dem Delirium, das mitwenigen Zwischenräumen seit dem zweiten Tage der Krank-heit ihn ergriffen gehabt; und wie er seine trüben, schwin-delnden Augen nmherschwcifcn ließ, erkannte er Violaund lächelte. Er stammelte ihren Namen, indem er sicherhob, und streckte seine Arme ans. Sie sank anseineBrust, und suchte ihre Thränen zurückzuhalieu.
„Deine Mutter?" sagte er. „Schläft fic?"
„Sie schläft — ach; ja!" und die Thränen entstürz-ten ihr.
„Ich dachte — eh! ich weiß nicht, was ich gedachthabe; aber weine nicht, ich werde jetzt wohl werden —ganz wohl. Sie wird zu mir kommen, wenn sic anfwacht— wird sie?"
Viola konnte nicht sprechen; aber sie machte sich zuthun, indem sie einen schmerzstillenden Trank einscheukte,welchen sie dem Kranken zu geben angewiesen war, sobalddas Delirium Nachlassen würde. Der Arzt hatte ihr auch