Zweites Kapitel.
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Jetzt endlich ist die Bildung vollendet! Viola istbeinahe sechzehn Jahre alt. Der Cardinal erklärt, daßdie Zeit gekommen, wo der neue Name eingetragen wer-den soll in das lidi-o ä'oro, das goldnc Buch, welchesVorbehalten ist den Kindern der Kunst und des Gesanges.Ja, aber in welcher Rolle? — Westen Genius soll sie Ge-stalt und Verkörperung leihen? Ha, das ist das Geheim-nis! Gerüchte gehen uni, daß der unerschöpfliche Paesiello,entzückt über ihren Vortrag seines „bicl vor piü non iniKonto" und seines „Io non I.iinlornein neues Meister-stück schaffen werde, nm die Debütantin cinznführen.Andere bestehen darauf, daß ihre Stärke im Komischenliege, und daß Cimarosa cifrigst beschäftigt sey mit einemneuen „ülati'imonio scxreto." Mittlerweile aber ist inder Diplomatie irgend etwas quer gegangen und verstimmt.Man hat bemerkt, daß der Cardinal übler Laune ist. Erhat öffentlich gesagt — und die Worte sind unheilbedeu-tend — „das einfältige Mädchen ist so toll wie ihr Vater— was sie verlangt ist ganz verkehrt!" Besprechungfolgt auf Besprechung — der Cardinal redet dem armenMädchen sehr ernstlich zu in seinem Cabinet — Allesumsonst. Neapel ist außer sich vor Neugier und Ver-muthungen. Die Ermahnung endet mit einem Streit, und