89
ims beobachtet mit ihrem glänzende», furchtsamen Auge!Wir stören ihre Herrschaft. Pflücke die wilde Blume; dasgoldene Haus ist verschwunden — aber die wilde Blumeist vielleicht verwandt mit denen, welche des Fremden Handüber des Tyrannen Grab streute;— steh! über diesenBoden, das Grab Roms, streut die Natur noch die wildenBlumen!
Mitten in dieser Oede und Verwüstung ist ein altesGebäude aus dem Mittelalter. Hier haust ein eigenthnm-licher Einsiedler. In der Zeit der Malaria flieht der ein-heimische Bauer vor der giftigen Vegetation rings umher :aber er, ein Fremder und ei» Ausländer, athmet unge-fährdet die pestilenzialische Luft. Er hat keine Freunde,keine Gesellschafter, keine Genossen als wissenschaftlicheInstrumente und Bücher. Man sieht ihn oft wandern überdie grasbewachsenen Hügel, oder durch die Straßen derneuen Stadt wandeln, nicht mit der zerstreuten Stirnennd dem unbekümmerten Wesen von Gelehrten, sondernmit beobachtenden, durchdringenden Auge», die in dieHerzen der Vorübergehenden sich zu begraben scheinen.Ein alter Mann, riber nicht unkrästig — aufrecht nndstattlich, wie in seinen besten Jahren. Niemand weiß,ob er reich oder arm ist. Er bittet um keine Almosen undgibt keine — er thnt nichts Böses und scheint auch nichtsGutes zn wirken. Er ist ein Mann, der keine andere Weltzu haben scheint, als sich selbst; aber der Schein trügt oft;und die Wissenschaft, so gut wie das Wohlwollen, lebt im