Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
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Kind mit einem so naiven und komischen Stolze:Ichweiß nicht Wem am meisten danken. Dn schenkst mir soviel Freude, Kind ich bin so stolz ans Dich und ansmich. Aber ich und der da, der arme Kerl, sind so oftmiteinander unglücklich gewesen!"

Viola's Schlummer war unruhig; das war natür-lich. Der Rausch der Eitelkeit und des Triumphes, dasGlück im Glücke, das sie geschaffen, das Alles war besserals Schlaf. Aber dennoch flogen von all diesem immerund immer wieder ihre Gedanken zu jenen ihre Seelenicht loslaffcnden Augen, zu jenem Lächeln, mit welchemfür immer das Gedächtnis; ihres Triumphes und Glückesverbunden bleiben sollte. Ihre Gefühle waren, wie ihrCharakter, sonderbar und eigenthümlich. Es waren nichtdie Gefühle eines Mädchens, dessen Herz, zum erstenmalberührt durch das Auge, in der natürlichen, bewußtlosenSprache der ersten Liebe seufzt. Es war nicht so sehrBewunderung, obgleich das Angesicht, das sich in jederWelle ihrer rastlosen Phantasicen abspiegelte, an Maje-stät und Schönheit von der seltensten Art war; auch nicht«ine schmeichelnde, verliebte Erinnerung, die der Anblickdieses Fremden in ihr znrückgelassen hatte ; es war dasrein menschliche Gefühl der Dankbarkeit und Freude, ge-mischt mit den geheimnißvollerc» Empfindungen der Furchtund Scheu. Gewiß hatte sie früher schon diese Züge ge-sehen; aber Wan» und wie? Nur da, wenn il>re Gedankengestrebt hatten, ihre Zukunft zu gestalten, und wenn, trotzallen Versuchen ein aus Blumen und Sonnenschein ge-