in ihr Herz wiederkchrte, stand der Unbekannte halb auf,als wollte er im Publikum das Bcwußtseyn wieder er-wecken, von der Artigkeit, die man einem so schönen undjungen Wesen schulde; und im Augenblick, wo seineStimme das Zeichen gab, fiel das Publikum mit einemAusbruch grvßmüthigeu Applauses ein. Denn dieser Frem-de selbst war ein angesehener Mann und seine kürzlicherfolgte Ankunft in Neapel hatte sich mit der neuen Operin das Geschwätz der Stadt getheilt. Und dann, als derApplaus nachließ, strömte klar, voll, und befreit vonallen Fesseln, wie ein Geist vom Erdenstaub — die Stimmeder Sirene ihre bezaubernde Musik aus. Von diesem Au-genblick an vergaß Viola die Menge, die Gefahr, dieganze Welt— außer der Fcenwelt, die sie jetzt beherrschte.Es war als diente die Gegenwart des Fremden dazu, nurnoch mehr jene Illusion zu steigern, in welcher der Künst-ler keine Schöpfung mehr sieht, außer dem Kreise seinerKunst; eS war ihr, als flößten diese klare Stirne, dieseglänzenden Augen, ihr vorher nie gekannte Kräfte ein,und, wie eine Sprache suchend, um die durch seine Gegen-wart erregten wunderbaren Empfindungen auszudrücken,flüsterte diese Gegenwart selbst ihr die Melodien und denGesang zu.
Erst als Alles vorüber war, und sie ihren Vater sah,und seine Wonne fühlte, verschwand dieser wunderbareZauber vor dem süßeren der heimische», kindlichen Liebe.Doch schaute sie, als sie von der Bühne abtrat, nocheinmal unwillkührlich zurück, und des Fremden ruhiges