Druckschrift 
2 (1840)
Entstehung
Seite
16
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ihr kurzes Gebet um Vergebung war gemurmelt, undCmistunze stand auf als ein völlig umgewaudeltes Wesen.Sie wendete sich zu Gvdolphin und sprach, ihre Hand zudem Bilde erhaben, während sie mit ihren heilen und fun-keluden Augen in das Antlitz ihres Anbeters schaute: —„So wie Sie jetzt denken, so dachte auch er, dessenStimme mir jetzt von dieser Leinwand schallt; — er, derdieselben Pfade beschritt, die sie jctzt betreten wollen; derunter eben der Mühsal, eben jenem Ringen, denen sie sichunterziehen wollen, die nämlichen Kräfte, dasselbe Genieanfbvt, worüber Sie gebieten können, linder? er ge-wann, was auch Sie endlich gewinnen mögen, — dasLächeln der Fürsten, die Gunst des Adels und die sandige^wandelbare Höhe, auf der in diesem Lande sich auch derweiseste, beste und größte Staatsmann nicht zu behauptenvermag, sobald ihn nicht eine feile und ränkcvvlle Parteioben erhält. Und er warnt sie ab vor solcher schalen Aus-zeichnung— von dem Elende, das mit ihr verschwistertist. O, Gvdolphin!" fuhr sie fort, indem sie sich vondem ihrem gesetzten Charakter ungewöhnlichen, heftigenund vorübergehenden Parvrismns herabstimmtc: „O,Gvdolphin! ich sah diesen Mann sterbend verlassen, unterdem Fluche seines Genies, zerrüttet in seinem Glück undseinen GlnckSgntern; sterbend — sterben sah ich ihn aneinem brechenden, frech zertretenen Herzen. Könnte ichein zweites.Opfer eben dieser Lebensbahn, eben diesemTrenbrnche, eben diesem Qualgeschick entgegcnfnhrcn?Könnte ich schweigenden Herzens am Leichenbette solchen