Druckschrift 
2 (1840)
Entstehung
Seite
15
Einzelbild herunterladen
 

15

sv erschüttert warben war: und wie ein elektrischer Schlagdurchzuckte dieser Hinblick Constanzens Innerstes, undführte ihr einen ganz andern Strom von Gedanken zu.Das Bild ihres Vaters bedünkte dem Mädchen in die-sem Augenblicke anSdruckvollcr als fei es schien ihrschauerlich in der Lebendigkeit seines Gebotes zu sehn.Cs war das Gesicht Bcrnon's im Momente des Redens— des Warncns — des Ermahnens — es war das Bilddes Vaters, wie sie diesen oft im Leben, wie sie ihn inseinen bittersten Verwünschungen gegen seine hvhlherzi-ge» Freunde während der letzten Stunde seines Lebensgesehen hatte—'aber noch schguerlicher als damals ansdem Sterbebette schien der Vater sic jetzt ans dem Bildeanznschanen, und sic zu mahnen sein Rachegebot zu er-füllen, und einzig und allein dem Andenken ihres Erzeu-gers zu leben.

Bei dem Anblicke dieses Gesichts drangen alle feier-lichen Erinnerungen an jene Sterbestunde und an dasan demselben geleistete Gelübde mächtig in ConstanzensSeele. Die Schwäche der Liebe entwich vor der wieder-kehrenden Gewalt eines seit ihren zartesten Kinderjahrengehegten, durch ihre Träume genährten, durch ihre Stu-dien verstärkten Gefühls, das sich in der, wenn auchfanatischen, doch kühnen Natur ihres Wesens zum Gesetz,znm Zweck, ja zur Religion ihres Lebens verstockt hatte!Sie riß sich von dem bestürzten nnd gleichsam niederge-schmetterten Godolphin los; sie warf sich vor dem Bildeans beide Kniec nieder; ihre Lippen bewegten sich hurtig;

Buüvcr's Romane. L.XXV!H. s)