Druckschrift 
6 (1836)
Entstehung
Seite
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Im Hause Diomcds, in den unterirdischen Ge-wölben, wurden zwanzig Gerippe, worunter daseines kleinen Kindes, auf Einem Fleck, nahe bei derThür, gesunden, bedeckt von seinem Aschcnstaub, deraugenscheinlich durch die Oeffnungen langsam hereingerieselt war, bis er den ganzen Raum erfüllt hatte.Auch entdeckte man dort Edelsteine und Geld, Kande-labern und in den Amphoren eingctrocknctcn Wein:eitle Vorfichtsmaßregeln, um das mit dem Tod rin-gende Leben zu fristen! Der durch die Feuchtigkeitzusammcngckittete Sand hatte die Formen der Kör-per wie ein Guß angenommen, und noch jetzt kann

gendsten Abschnitt eines Lebens zu täuschen suchte,in dessen Gewebe weniger weiße Fäden eingewobensind als die Welt glauben mag, Aber, wie mancheandere Freunde, zeigt sich die Phantasie launenhaft,verläßt uns oft im Augenblick, wo wir ihres Bei-stands am meisten bedürfen, und mit zunehmende»Jahren lernen wir, daß die Gewohnheit unseretreuere und zuverlässigere Trösterin ist. Ich mußwegen dieser plötzlichen, nicht zu rechtfertigendenNachsicht gegen eine vorübergehende Schwäche umEntschuldigung bitten; es war wirklich nur dieSchwäche eines Augenblicks. Mit zurückkehrenderGesundheit kehrt uns auch die Kraft wieder, ohnewelche uns die Seele umsonst gegeben wäre, unddie uns befähigt, den Leiden unseres Daseyns rubigentgegen zu treten und seine Zwecke entschlossen zuerfüllen. Es gibt nur Eine Lebensphilosophie, sotausendfach auch ihre Schulen sind, und ihr Nameheißt Standhaftigkeit. Unser Schicksaltragen, heißt es besiegen.