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a p i t e l.
Sallust und Nydia's Brief.
Dreimal war Sallust aus dem Morgenschlaferwacht, und dreimal hatte er sich bei der Erinnerung,daß sein Freund heute sterben sollte, mit einem tiefenSeufzer aufs Neue einer kurzen Vergessenheit zu-gcwandt. Sein einziges Absehen im Leben war, denSchmerz zu vermeiden, und wo er ihn nicht vermei-den konnte, ihn wenigstens zu vergessen.
Endlich unfähig, sein Bewußtsc-n länger in Schlafzu senken, erhob er sich aus seiner liegenden Stellungund gewahrte den Lieblingsfreigelaffenen, der wiegewöhnlich neben dem Bette saß: denn Sallust, der,wie schon bemerkt, den Geschmack eines gebildetenMannes für die feinere Literatur hatte, war gewöhnt,sich vor dem Aufstehen ein oder zwei Stunden langvorlescn zu lassen.
„Keine Bücher heute; keinen Tibull, keinen Pin-dar für mich! Pindar! ach, ach! schon sein Nameruft mir die Spiele vor die Seele, deren blutdürstigeNachfolgerin unsere Arena ist. *) Hat es begonnenim Amphitheater? Haben seine Vorstellungen an-gcfangen?"
Pindar besang bekanntlich die edleren Spiele derGriechen in Olympia, Remea, ans der Landengebei Korinth :c.
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