110
Ein auf dem Verdeck halb schlummernder Ma-trose hörte ein leichtes Geplätscher im Wasser.Schläfrig blickte er auf, und während das Schifffröhlich dahin flog, war ihm, als sehe er hintenetwas Weißes über den Wellen; aber es verschwandim Nu. Er wandte fich wieder und träumte vonseinem Haus und seinen Kindern.
Als die Liebenden erwachten, war ihr ersterGedanke aneinander — ihr zweiter an Nhdial Siewar nicht zu finden; — Niemand hatte fie seit Tages-anbruch gesehen. Jeder Winkel des Schiffes wurdedurchsucht. Nirgends eine Spur von ihr! Gcheim-nißvoll von Anfang bis zu Ende war die blindeTheffalierin für immer von der lebendigen Weltentschwunden. Glaukus und Jone ahnetcn ihr Schick-sal schweigend. Indem fie fich näher an einanderschmiegten und Jedes die Welt im Andern fühlte,vergaßen fie die eigene Rettung und weinten wie umeine Hingeschiedene Schwester.
Letztes Kapitel.
Worin Alles endigt. Brief von Glaukus an Sallust,zehn Jahre nach der Zerstörung Pompeji's.
Athen.
Glaukus seinem geliebten Sallust Gruß undGesundheit I — Du forderst mich zu einem Besuchin Rom aus; komm lieber zu mir nach Athen!