Ich habe die Kaiserstadt, ihren gewaltigen Lärmund hohlen Genuß verschworen! In meinem eige-nen Land will ich fortan immer wohnen. Der Geistunserer Hingeschiedenen Größe ist mir thcurer, alsdas prunkende Leben Eures lauten Glücks. EinZauber, den mir kein anderer Ort ersetzen kann,liegt für mich in den Säulenhallen, die immer nochvon heiligen ehrwürdigen Schatten umschwebt sind.In den Olivenhainen des Jliffus vcrnehm' ich nochimmer die Stimme der Poesie; — auf den HöhenPhyle's scheinen mir die Wolken der Dämmerungnoch immer das Leichentuch der Hingeschiedenen Frei-heit, wie die Verkünderinncn des Morgens, derkommen soll! Du lächelst über meine Begeisterung,Sallust! — aber besser in Ketten hoffnungsvoll zuscyn, als sich mit ihrem Glanz zu trösten. Dusagst mir, ich könne das Leben in diesen LüsternSchlupfwinkeln gefallener Hoheit offenbar nicht ge-nießen ; Du verweilst mit Entzücken auf der Herr-lichkeit Roms und den Genüssen des Kaiserhofs.Mein Sallust: ich bin nicht mehr Der, derich war! Die Ereignisse meines Lebens haben dasschäumende Blut der Jugend ernüchtert. Meine Ge-sundheit hat nie mehr die ganze Federkraft zurück-erhalten, die sie besaß, eh sie die Schmerzen derVergiftung empfand und in dem dunstigen Kerkereines Verbrechers schmachtete. Mein Gemüth hat»ic mehr den dunkeln Schatten des letzten Tagesvon Pompeji, nie mehr das Grauen und die Ver-
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