Druckschrift 
6 (1836)
Entstehung
Seite
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dem Käfig befindliche Wärter schob das Gitter behüt- ^sam ans die Seite »nd mit einem mächtigen freudigen !Gebrüll der Erlösung stürzte der Löwe heraus. Hastigzog sich der Wärter durch den verwahrten Gang, der 'nach der Arena führte, zurück und schied von dem ^Herrn der Wüste und seinem Opfer. !!

Glaukus hatte sich in die festeste Stellung ge- dgen den erwarteten Anlauf des Thieres ausgclcgt,die kleine funkelnde Waffe hoch in der Hand,in der schwachen Hoffnung, daß vielleicht Ein gut !geführter Stoß (denn er wußte, daß er nur Zeit zuEinem habe) durch das Auge in das Gehirn seines ^grimmen Feindes dringen werde.

Aber zum unaussprechlichen Erstaunen Aller schiender Löwe nicht einmal die Gegenwart des Verbrecherswahrzunehmcn. Schon im ersten Moment seiner Be- Ifreiung hielt er plötzlich an, erhob sich mit halbemLeib und schnaubte die obere Luft mit ängstlichemGestöhn; dann sprang er Plötzlich vorwärts, abernicht gegen den Athener. Halb eilig, halb zögerndkreiste er rund um die Arena her und wandte dengewaltigen Kopf mit verstörtem Blick nach allen Sei-ten, als spüre er nur einen Ausweg zur Flucht auf;mehrmals suchte er über die Brustwehr zu springen,die ihn von den Zuschauern trennte, und stieß, alsihm Dieses mißlang, eher ein Schreckcnsgehcul, alsseinen furchtbaren, königlichen Ruf aus. Er gabkein Zeichen von Zorn oder Hunger; der Schweif,statt die mächtigen Seiten zu peitschen, schleppte auf