Druckschrift 
6 (1836)
Entstehung
Seite
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Glaukus gab keine. Antwort, aber beschämt überseine Schwäche gewann er durch eine verzweifelte,krampfhafte Anstrengung die Festigkeit seiner Nervenwieder. Man salbte seinen Körper, der bis aufeinen Gürtel um die Lenden ganz nackt war, mitOel, gab ihm den Stilus Ln die Hand und führteihn in die Arena. Und als jetzt der Grieche dieAugen von Tausenden und aber Tausenden auf sichgerichtet sah, fühlte er sich nicht länger einen Sterb-lichen. Alle Anzeichen von Furcht, alle Furcht selbstwar hinweg. Eine stolze Rothe verbreitete sich überdie blaffen Züge; er richtete sich zu der ganzenHöhe seiner herrlichen Gestalt empor. In der ela-stischen Schönheit seiner Glieder, in der stolzen Ver-achtung der unbezähmten Seele, die aus seiner Stel-lung, seiner Lippe, seinem Auge sichtlich athmetc,hörbar sprach, schien er ein lebendiges Abbild desHeldenfinnes seines Landes; zugleich ein Heros undein Gott!

Das Gemurmel des Haffes und Abscheus übersein Verbrechen, das bei seinem Eintritt ertönt war,erstarb im Stillschweigen unwillkührlicher Bewun-derung und halb mitleidiger Ehrfurcht; und miteinem schnellen, krampfhaften Seufzer, der aus derganzen Menschenmaffc, als wäre sie ein einzigesHerz, hervorzudringen schien, wandte sich der Blickder Zuschauer von dem Athener auf ein dunkles,ungcstaltes Ding mitten in der Arena. Es war dervergitterte Käfig des Löwen!