Ausweg einl Ich rache Dir, Sofia, warte nichtlänger: packe fic, eh' fie fich ans dem Garn wcg-macht; da!"
„Ha! Weglä'uferin, Hab' ich Dich?" rief Sofiaund faßte die Unglückliche.
Wie der letzte, menschenähnliche Ton des Wil-des in den Fängen der Hnnde, — wie der gellendeSchreckensrnf, den ein jählings erwachter Nacht-wandler auSstößt, war der Schrei des blindenMädchens, als fie den plötzlichen Griff ihres Kerker-meisters fühlte. Es war ein Schrei jener höch-sten Todesqual, jener vollendeten Verzweiflung,die nie mehr aus dem Ohr Dessen, der sie ver-nommen, weicht. Sie hatte die Empfindung, alswürde dem untcrfinkenden Glankns das letzte ret-tende Brett aus den Händen gerissen. Lebenund Tod waren einander unentschieden gegenübergestanden, und jetzt hatte der Tod das Spielgewonnen.
„Götter!" rief Kallias, „dieses Geschrei wirddas Hans in Allarm bringen! ArbaccS hat einenleisen Schlaf. Stopf' ihr den Mund!"
„Ja, da Hab ich »och das Tuch, womit mirdie junge Here den Verstand wcgzaubertc! —so ist's recht; jetzt bist Du auch stumm, nichtnur blind."
Und die leichte Last in den Armen forttragcnd,erreichte Sofia das HauS und sofort das Zimmer,aus welchem Rydia entflohen war. Hier erst nahm