Druckschrift 
5 (1836)
Entstehung
Seite
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machte das Lcichcngefolgc zu beiden Seiten Platzund Jone stieg zu dem Todtenbctte empor. Regung-los und schweigend stand sie eine Weile vor der ent-seelten Hülle. Aus den Zügen des Verstorbenen warder erste krampfhafte Ausdruck des gewaltsamen To-des gewichen. Eingeschlummcrt auf ewig warenSchrecken und Zweifel, Kampf des Herzens undFurcht vor den ewigen Mächten, der Streit der Ver-gangenheit mit der Gegenwart, die Hoffnungen unddie Schauder der Zukunft! Von Allem, was dieBrust dieses jungen Ringers um das Heiligste desLebens gefoltert und durchwühlt hatte, welche Spurblieb zurück in der ernsten Heiterkeit der uncrforsch-lichen Stirn und der odemlosen Lippe? Die Schwe-ster blickte ihn an und kein Laut ward vernommenin der Menge; es lag etwas Furchtbares und dochzugleich Sänftigendes in diesem Schweigen; und alses endlich gebrochen ward, brach es jählings undunerwartet es brach mit einem lauten, leiden-schaftlichen Schrei, dem Ausguß lang beschwichtigterVerzweiflung.

Mein Bruder, mein Bruder I" rief die armeWaise und fiel auf die BahreDn vor dem derWurm auf Deinem Weg nicht bebte, welchen Feindkonntest Du Dir Hervorrufen? Ach, ist cs wirklichso weit gekommen? Erwache! erwache! wir wuchsenzusammen auf, sollen wir so auseinander gerissenwerden? Du bist nicht todt Du schläfst. Erwach!erwache!"