minder in die Augen fallenden Theilen gebürt. Ichsage eine verdorbene Aristokratie erhalte die Mo-narchie nicht, sondern zerstöre sie, und weise alsBeispiel ans Frankreich hin: wäre die französischeAristokratie minder mächtig und minder verhaßtgewesen, so würde Ludwig XVI nicht als Opfer desfurchtbaren Stnrmes gefallen sein, der den Thronznm Blutgerüst nmwandclte. Diesen luiglüklichenKönig hat man mit Recht einen Märtyrer ge-nant: — er war ein Märtyrer für die Verbrechenseines Adels!
Ich leugne also den Saz, daß eine Schwächungder Aristokratie gefährlich sei, weil man dadurch dieMonarchie schwächen würde. Heinrich VII und Lud-wig XI können uns verständigere Ansichten von derBegründung der Königsherrschaft geben. Noch mehrstelle ich die Behauptung in Abrede, daß wir dieunvermindert« Gewalt der Aristokratie zur Ermä-ßigung des königlichen Vorrechts bedürfen. IhrAlle, meine Freunde, kent das alte Dogma daß einkräftiger Adel die Anmaßungen der monarchischenGewalt verhindere. Sagt mir aber aufrichtig, glaubtIhr wir vermöchten nicht für uns selbst zn sorgen?Branchen wir jene uneigennüzzigen Anwälte umunsere Sache zu führen? Meines Theils fürchte ichwir können so kostspielige Verwalter nur unvollstän-dig bezahlen. Wären wir noch minderjährig, somöchten sie als nothwendige Uebel hingehen; nunsind wir aber erwachsen und können uns selbst ver-