Druckschrift 
6 (1836)
Entstehung
Seite
51
Einzelbild herunterladen
 

51

kade! Die griechische Architektur paßt, selbst in ih-rem reinsten Stil, nicht für ein trübes, fröstelndesKlima; alle unsere Gedankenassociatione» verbindensie mit einem Hellen Himmel und einemGarten-leben:" lassen wir aber noch überdies ihre großenVerhältnisse weg und behalten dagegen die kleinenEinzelheiten einer fremden und nie bei uns natnra-iiflrbaren Mythologie sorgfältig bei, so drängt sichfast nothwendig der Glaube auf, als bekenneteu wiruns mindestens zu Einer der alten Gottheiten undhätten unsere sämtlichen sonderbaren Plagiate inStukkatur der Göttin des Lachens geweiht!

Wirklich finden sich unter der Häuserwüste, inwelcher der gesunde Menschenverstand wie in derIrre umherwandelt, mir wenige Ausnahmen, dieeinen bessern Geschmak in der Nachahmung beur-kunden. Der Portikus von St. Pankraz jedoch unddie londner Universität sind schöne Kopien alterTempel; auch muß man Fremden die kleine gothischeKapelle in North-Audley-Street, so wie den Ein-gang zur Exeterhalle empfehlen, in welcher lezternsogar ein eben so erhabener als korrekter Geschmakherrscht.

Als einen Beweis von den schnellen Fortschrit-ten dagegen, welche die Kunst macht, wenn sie sichnicht auf Nachahmung einläst, weise ich ans unsreBrükken hiu: die Waterloo- und Southwark-Brükkesind beide in ihrer Art bewundernswürdig sie