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emporgehoben, während er mit der andern sich die Augenbedeckte — mochte nun diese Geberde der Ueberraschungdie Folge der physischen Schwäche der Nerven seyn, diedurch Krankheit und Gefangenschaft sehr erschüttert wa-ren, oder der plötzlichen Gemüthsbewegungen, in welcheihn der Anblick eines Mannes versetzte, der ihm so ent-setzliche Drangsale und Leiden bereitet hatte. Aber dieAngst des Feigen in der Gegenwart eines lebenden Fein-des war diesem königlichen Herzen, bei all seiner Sanft-heit, bei all seinem heiligen Abscheu vor Zorn, Grimm undKrieg, so fremd, wie dem Heldenblut seines hochherzigenVaters, lind so trat, nach einer kurzen Pause, und einem Be-sinnen, welches die Gestalt eines Gebetes annahm, nicht umRettung aus Gefahr, sondern um den Geist der Gnade, dasVergangene verzeihen zu können, Heinrich der SechsteWarwick entgegen, der noch stumm auf der Schwelle stand,mit seinen verworrenen, stürmischen Gefühlen von Stolzund Schaam kämpfend, und sagte mit einer Stimme, diegerade durch ihre Milde etwas Majestätisches bekam:
„Welche Kunde von neuem Leid und Unglück ist derGraf von Salisbury und Warwick gekommen dem armenGefangenen zu überbringen, der einst König war?"
„Verzeiht mir! Vergebung, Heinrich, mein Herr —Vergebung !" rief Warwick, auf seine Knie fallend. Dersanfte Vorwurf — die rührenden Worte, die Züge unddas Aussehen, die, seit er ihn zuletzt gesehen, die einesGreises statt eines Mannes geworden waren — die grauen