„Einmal vermählt, wußte ich, was einem Weibegeziemte. Wir sahen uns wieder, und auf die anfängli-chen Kundgebungen Deiner Verachtung und Deines Zor-nes— (und eS wäre entehrend für mich gewesen, Dichhier zu begütigen durch Ein Wort, das gesagt hätte: 'dieGattin gedenkt noch der Liebe des Mädchens!') auf dieseDeine ersten Empfindungen, folgte die grausamere Rache,welche gern Kummer und Kampf in Neue und Schaamverwandelt hätte. lind dann, dann — ein schwachesWeib, wie ich war — hüllte ich mich in Hochmuth undStolz. Ja, ich empfand tiefen Zorn, — und hatte ichnicht Recht? — daß Du so mißverstehen, daß Du zurVergeltung so mißhandeln konntest das Herz, dem außerder Tugend kein Ersatz für die Liebe übrig geblieben war.Und doch, doch, oft wenn Du mich am härtesten glaubtest,am unzugänglichsten für Erinnerung und Gefühle — aberwarum die Prüfung erzählen? Der Himmel stand mirbei, und wenn Du mich nicht mehr liebst, so kannst Dumich doch nicht verachten."
Bei diesen letzten Worten lag Hastings zu ihren Fü-ßen, über ihre Hand sich beugend, und sprachlos in seinertiefen GemüthSbewcgnng. Katharine sah ihn einen Au-genblick durch ihre Thränen an, und fuhr dann fort'
„Aber Du hattest, als Mann, Mittel Dich zu trö-sten, die kein Weib wünschen oder begehren konnte. Undoh! was mich am meisten kränkte und bekümmerte, warnicht — nein! nicht die eifersüchtige, die verwundete Eitel-keit, sondern es war diese Selbstanklage wenigstens,' diese
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