Druckschrift 
9 (1843)
Entstehung
Seite
48
Einzelbild herunterladen
 

48

Reue, daß ohne eine stachelnde und quälende Erin-nerung, an erwiederte und wieder versagte Liebe Dunie so abgefallen wärest von Deinem Wesen, wie es injünger» Jahren war, daß Du nie so leichtsinnig gespielthättest mit der ernsten Gabe der Zeit! Ach, wenn ich inDir, dem gereisteren Manne, Einen Fehler, unwürdigDeiner glänzenden Jugend, sah, oder zu sehen glaubte,oder davon horte, so hat mich Unmuth über mich selbstbitter und hart gegen Dich gemacht; und wenn ich Dei-nen Stolz höhnte, oder schalt, oder neckte, wie wenig ahn-test Du da, daß die üble, zankende Laune nur die Maskeder nur zu zärtlichen Erinnerung war! Darumdarum und überzeugt, daß trotz Allem, ach! meinBild in Deiner Seele nicht verdrängt und ersetzt seywar ich, als meine Hand frei wurde, dem Himmel dank-bar, daß ich noch" (der Lady blasse Wange wurde-ther als die Nose, ihre Stimme bebte, und wurde leiseund säst ünvernehmlich,)daß ich noch glauben durfte,eS stehe in meiner Macht, Dir für das Vergangene Ersatzzu leisten. Und wenn," fuhr sie fort, plötzlich zu edlerEnergie sich anfraffend,wenn ich hierin meinen Stolzgebeugt habe, so geschah es, weil Du durch Stolz ge-kränkt und verwundet wurdest; und fetzt endlich hast Dueine gerechte Genugthuung!"

Oh furchtbare Nebenbuhlerin für Dich, verlorene Sy-bille! War es ein Wunder, daß, als diefi Haupt an seineBrust sank, als er bei der zauberhaften Verwandlung,welche die Alles besänftigende und erweichende Liebe her-