35
schluß aussprach, alle Uebelstände zu perbefferu und allenBeschwerden abzuhelfen. Obgleich die Proklamation dieWiedereinsetzung der Lancastrischen Linie nicht aussprach,(ohne Zweifel aus Rücksicht für Heinrichs Leben und Si-cherheit,) kannten doch schon alle Leute in der Hauptstadtdas furchtbare Bündniß zwischen Margaretha und Mar-wick. Doch auch jetzt noch lächelte Edward mit Verach-tung, denn er vertraute auf den Brief, den er von Cla-rence erhalten, und war fest überzeugt, daß im Augenblick,wo der Herzog und der Graf landeten, der Elftere seinenGenoffen durch heimlichen Vcrrath dem König überliefernwürde; und so war, trotz all dieser aufregenden Veran-lassungen zu ernster Besorgniß und Unruhe, doch dasnächtliche Bankett im Tower so fröhlich und ausgelassenwie nur je. Hastings verließ das Mahl, che es zum wil-den Gelage ward, und trat, in vielfache, tiefe Gedankenund Betrachtungen versunken, in sein Zimmer. Er warfsich auf einen Sitz, und stützte sein Angesicht aufseineHände.
„Oh! nein — nein!" murmelte er; „jetzt, in derStunde, wo wahre Größe am meisten sichtbar und erkanntwird — wo Fürst und Peer sich Rath suchend um michdrängen — wo Edelmann, Ritter und Knappe sich umdie Erlaubniß bewerben, in der Truppe mitzuziehen, derenFührer Hastings ist — jetzt fühle ich die Unmöglichkeit,fühle ich, wie trüglich schmeichelnd der Traum war, daßich auf Alles verzichten könnte — auf Alles, um einesLebens in der Dunkelheit, um der Liebe eines jungenMädchens willens! Liebe! als ob ich nicht ihre Täuschun-