Druckschrift 
8 (1843)
Entstehung
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wohnte Scheue vor ihrem Vater unterdrückte die zornigeAntwort: und mit ehrerbietiger Förmlichkeit die Handküssend, welche ihr die Gräfin darreichte, verließ fie darZimmer. Sie erreichte ihr Gemach, wo die Wiege ihrerSohnes stand, prächtig mit seidenem Baldachin bedeckt,worein die Wappen des königlichen Clarence gewirkt wa-ren; und neben der Wiege saß die Vertraute.

Die Herzogin zog die Vorhänge beiseite, und betrach-tete das rofige Antlitz des schlummernden Kindes.

Dann wandte fie sich zu ihrer Vertrauten und sagte:

Vor drei Monaten noch da hoffte ich, mein Erst-geborner würde einst ein König sehn! Weg mit dieseneitel» Abzeichen von königlicher Geburt! Wie paffen fiefür den künftigen Vasallen deS verabscheutcn LancastrierS?"

Süße Ladh," sagte die Vertraute,habe ich Dirnicht von Anfang an warnend gesagt, daß diese Vermäh-lung, zum Nachtheil meines Lords, des Herzogs, und die-ses theuren Knaben ganz nahe drohe? Ich hatte gehofft,Du würdest deu Grafen davon abhalten können."

Er achtet nicht auf mich er kümmert sich nichtum mich!" rief Jsabella;seine ganze Liebe gehört Annaan, Anna, die, ohne Thatkraft und Stolz, ich kaum alsmeines Gleichen betrachtet habe! Und jetzt muß ich vormeiner jünger» Schwester meine Kniee beugen, zufrieden,wenn fie mich würdigt, ihr die Schleppe ihres königlichenGewandes halten zu dürfen! Nie »ein, nie!"

Beruhige Dich; der Eilbote muß heute Nacht ab-gehen. Mein Lord von Elarcnce ist schon in seinem