Viertes Kapitel.
Die Gerechtigkeit dieser Welt, und die Weisheit unsrer Vorfahren.
Die Nacht halte jetzt begonnen und Sybille horchtenoch — oder horchte vielleicht nicht — auf das tröstendeGeylander ihrer ehrwüidigen Dienerin. Beide saßen indem kleinen an den Saal stoßenden Zimmer/ und daöeinzige Licht kam ihnen durch die nach dem Garten gehendeThüre zu— ein graues, trübes Zwielicht, verstärkt nurdurch die wenigen frühesten Sterne. Der Pfau, den Kopfunter dem Flügel, hatte sich zum Schlaf auf die Balu-strade gesetzt, und der Gesang der Nachtigall von einemder benachbarten Gehölze, welche da und dort gegen dieWildbahn von Marybone sich fanden, erfüllte sanft vonferne die milde Luft. Man fühlte den Balsam und dieFrische des Frühlings im Than, im Himmel, in demsüßen Athem junger Pflanzen und des Laubes; — in derRuhe der immer wachen Natur glaubte man gleichsam sicht-bar und fühlbar mit jeder Minute das entzückende Ueber-gehen des Aprils in den Mai beobachten zu können