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ihres Gatten ahnend, hatte fie sich von Pracht und Lustweg an seine Seite gestohlen.
„Ach, warum," sagte die Gräfin, „wolltest Du michEine Stunde Deiner Gegenwart berauben, da so wenig«mehr uns übrig find — da, wenn die Sonne des über-nächsten Tages diese Mauern bestrahlt, die Nacht DeinerAbwesenheit mir angebrochen sehn wird?"
„Und wenn dieser Gedanke an die Trennung, traurigfür mich wie für Dich, nicht genug wäre livi' umis, dieLust des Festes zu trüben," antwortete der Graf, „weißstDu nicht, wie übel die ernsten und feierlichen Gedankendessen, der ein Unternehmen vor sich steht, das die Dyna-stie eines Königreichs ändern soll, sich vertragen mit demsorglosen Tanz und der üppigen Musik? Aber nicht andiese gewaltigeren Sorgen dachte ich in diesem Augenblick,meine Gedanken weilten auf einem näheren, mehr persön-lichen Gegenstand. Hast Du nicht, süßes Weib, denschweigenden Trübsinn, die »mwölkre Stirne Isabellen»bemerkt, seit fie erfahren hat, daß Anna die Braut de»Erben von Lancaster werden sollte?"
Die Muiter unterdrückte einen Seufzer. „Wir müs-sen verzeihen oder übersehen den Mißmuth einer Tochter,die ihren Gatten liebt und über die Vereitlung seinerHoffnungen trauert. Ach ja! ich bin betrübt, daß fie nichteinmal mir ihr Vertrauen schenkt. Immer zusammen mitder Lieblingsdame, welche neulich erst ihrem Gefolge sichanschloß — mich dünkt, diese neue Freundin ertheilt dochwohl minder wohlthätigen Rath als eine Mutter?"