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Laster seinen eignen Herd und seine Ehre verletzt, sich be-gnügt hatte, sie zu beklagen, nicht gewagt hatte, sie zuzüchtigen — bis er endlich, ruhig und sich selbst von Schuldfreisprechend, von seiner Beichte vor sich selbst aufstand,und an das offene Fenster sich lehnend, den milden, bele-benden Balsam der Sommerlust einathmete. Die Staats-gemächer, die er verlassen hatte, bildeten, wie wir schonerwähnt, einen Winkel mit dem Flügel, worin das Zim-mer sich befand, in das er sich zurückgezogen. Sie warenglänzend erleuchtet — die Fenster standen offen, um diefrische, milde Nachtlust einzulassen, und er sah, wie beimTageslicht, deutlich und schimmernd in ihren prächtigenTrachten die vielen Gäste darin. Aber Eine Gruppe vorAllen zog an und fesselte sein Auge. Ganz nahe ammittleren Fenster erkannte er seine zarte Anna mit nieder-geschlagenen Blicken; er wähnte beinahe ihr Erröthen zusehen, als ihr junger Bräutigam, jung und schön wie sieselbst, ihr Liebesschmeicheleien ins Ohr flüsterte. Weiter-hin sah er, jedoch noch nahe, seine eigne holde Gattin,und murmelte: „Nach zwanzigjähriger Ehe möge Annaihm so theuer seyn, als Du jetzt mir bist." Und dann saher, oder bildete sich ein zu sehen, wie seiner GemahlinAuge, nachdem es mit zärtlicher Wonne auf dem jungenPaare geruht, nachdenklich umh»schweifte, als vermißtees und suchte den Genossen ihres mütterlichen Glückes.Aber welche Gestalt schwebt vorüber mit so hochmüthigerMajestät, bleibt dann nahe bei der Braut stehen, redet sienicht an, scheint sie aber mit so beobachtenden Blicken ins