Druckschrift 
8 (1843)
Entstehung
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gen: „Bist Du, Du unter allen Menschen gerade, derHenker meines Erstgebornen?" Ein Stöhnen entfuhrder Brust des von seinen eignen Gedanken Gequälten, erfiel auf seine Kniee und betete: „Oh, Vergebung, DuAllsehender! leihe Du mir Deine Fürsprache, göttlicheMutter! wenn ich hierin im Dunkel mich verirrte, wennich mein Herz mit meinem Gewissen verwechselt, undselbstsüchtig nur an das mir widerfahrene Unrecht gedachthabe! Oh, wahrlich nein! Hätte Richard von Dortselbst es erlebt, hätte er gesehen, was ich von seinem un-würdigen Sohn erduldet habe — grundlose Beschimpfung,Bruch des Worts und der Treue, öffentliche, schamloseEntehrung, und trotz all dem verzeihend, dienend, an derLiebe festhaltend, bis zuletzt nichts Geringeres, als derschändlichste Frevel, der einen Wappenschild und Namentreffen kann, der kaltblütig überlegte Lohn war für uner-schöpfte Hingebung — gewiß, gewiß Richard selbst hättegesagt: 'Deine Ehre verbietet Dir endlich, noch länger zuvergeben!'"

Dann ging der Graf, mit jener Raschheit, womit dasmenschlich- Herz, wenn es einmal daran ist, sich selbst zuentschuldigen, die ihm zu Statten kommenden Gründe undAusreden der Reihe nach aufzählt, von dem ihm wider-fahrenen Anrecht über zu der Mißregierung seines Vater-landes, und murmelnd durchging er die tausend Beispielevon Grausamkeit und schlechtem Regiment, welche in sei-ner Erinnerung aufstiegen — vergessend, ach! oder gegenden Gedanken sich taub machend, daß er, bis Edwards