Druckschrift 
8 (1843)
Entstehung
Seite
90
Einzelbild herunterladen
 

so

Stande waren, eine Revolution durchzuführen, daß stenur siegen konnten unter dem Schirm und Schild derPopularität und der Macht WarwickS, während er zu-gleich wohl einsah, welche Kunst und List es erfordernwürde, Margarethen zu vermögen, ihre rachsüchtige Na-tur und ihre langgenährte Erbitterung zu überwinben,nnd den Stolz des großen Grafen soweit zu schmeidigen,daß er als Königin die Frau anerkennte, die ihn als Ver-räther gebrandmarkt hatte.

Lange vor Lord Oxfords Ankunft hatte Ludwig, mitall der ihm eigenthümlichen Feinheit und Gewandtheit,allmälig den Grasen dahin geführt und vorbereitet, sichvertrauter zu machen mit der ihm allein offen stehendenWahl, wenn er nicht anders das ohnmächtige Bewußtseynerduldeter Beschimpfung, und bleibende, rühmlose Ver-bannung vorzog. Dem französischen König machten dieBedenklichkeiten Margarethens größere Sorge; und diesezu beseitigen, vertraute er weniger auf seine Geschick-lichkeit, als auf ihre Liebe zu ihrem einzigen Sohn.

Da er seine Jugend größtentheils in Anjou verlebthatte diesem Hofe der Minstrels war des jungenEdwards ritterliches und feuriges Gemüth tief getränktworden mit der Poesie und Romantik des Südens. Viel-leicht hatte gerade die Feindschaft zwischen seinem Hauseund dem Lord Warwick's, obgleich beide gleicherweise aufihre Abstammung von John von Gaunt pochten, vermögeder Widersprüche im menschlichen Herzen dazu beigetrage?:,ihm daß Bild und die Erinnerung der sanften Anna noch