1N4
im Ritterthum der spanischen Manrcn bildete, hattendcr Liebe Mulaü zu Lcila eine Tiefe der Leidenschaftmitgcthcilt, die in dcr heutigen Zeit und unter denentnervenden, Himmelsstrichen den mohammedanischenLiebbabcrn unbekannt geworren ist. Seine schärfstenForschungen hatten den Schicker, der über Geburt undStand dcr Geliebten ausgcbrcitct war, nicht zu lüftenvermocht. Zn dcr Nachbarschaft wußte man wenigüber die Bewohner jenes einsamen, wohl gehütetenHauses zu sagen: die einzige Person, die man häufigaußerhalb seiner Mauern sah, war ein alter Mannjüdischen Glaubens, den man für den Aufseher dcr„fremden" Sklaven hielt trenn keinem mohammedani-schen Sklaven würde die Schmach zugemuthct wordenscyn, stch unter eine» Zudcn zu stellen); und wennauch Gerüchte von rem ungeheuren Rcichthnm und derüppigen Pracht, die im Innern des Gebäudes bcmcrk-lich scncu, »mherlicfcu, so galt dasselbe doch allgemeinals Wohnung eines abwesenden Emirs, und das In-teresse dcr Plauderer war im Augenblick durch wichti-gere Dinge in Anspruch genommen, als die Angele-genheiten eines Nachbars. Als jedoch am folgendenund am nächstfolgenden Abenrc Musa abermals frucht-los zu dem Ort znrückkchric, konnte er seine Ungeduldund Angst nicht länger bemeisteru. Er beschloß, dasThor des Hauses Tag und Nacht zu.belauschen, biser irgend Jemand von dessen Bewohnern entdeckenwürde, den er um die Geliebte befragen und vielleichtzur Förderung seiner Zwecke erkaufen könnte. Als er