der Alhambra. Ms fic an dem Gehölz vorbcikamcn,worin Musa vor zwei Nächten auf Almamcn gestoßen,bemerkte Jener bei einer schnellen Wendung des Kopfesdie dunkeln Augen des Zauberers, der eben aus denBäumen heraus trat. Er glaubte in diesen Augeneine boshafte, feindselige Freude wahrzunehmcn; Al-mamcn jedoch ging, ihn ernst grüßend, durch das Ge-büsch vorüber. Der Prinz würdigte ihn keines Nach-sehens, widrigenfalls er noch einmal jenen giftigenBlick bemerkt haben dürfte.
„Uebcrmüthiger Heide!" flüsterte Almamcn vorsich hin; „Dein Vater füllte seine Schatzkammern mitdem Gold manches gefolterten Hebräers, und Duselbst, zu stolz um ein Knicker zu scpn, warst wenig-stens blutdürstig genug, um den Fanatiker zu spielen.Dein Name ist ein Fluch in Israel; doch wenn Dichnach einer Tochter unsres verachteten Stammes lüstetund vereitelte Lust Dir ein Stachel ist, so bin ich ge-rächt. Ja, zieh nur hin mit Deinem stattlichen Schrittund hohen Fcdcrbusch — Du gehst den Ketten, viel-leicht dem Tode zu."
Indem Almamcn also seiner bittern StimmungLuft machte, entschwand der letzte Schimmer von Musa'sweißem Gewand seinem Blicke. Er blieb einen Mo-ment stehen, wendete sich dann plötzlich um und sagtehalblaut: „Rache, nicht an einem einzigen Mann, son-dern an einem ganzen Volke! Jetzt zu dem Nazarener."