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und in meinem Leben keine Zeile dichtete. Nurdie Filosofie darin liebe ich nicht. Bei allen Em-pfindungen, welche mit Melancholie verseht sind undWehmnth wie eine Moral der Seele einfiößen,ziehe ich die Weisheit in Zweifel und bestreiteihnen die Wahrheit. Es giebt keine Lage imLeben, die man nicht, nach Willkür, sich versüßenoder verbittern kann. Ist die Vergangenheit dü-ster, so seh' ich nicht ein, warum man sich bei ihrverweilen soll. Ist die Seele Einer Kraftanstren-gung gewachsen, so ist sie es auch einer andern;dieselbe Thatkrast, die du auf Erwerb von Kennt-nissen verwendest, würde dich auch in Stand sehen,dem Mißgeschick zu trotzen. Nimm dir vor, nichtan das Widrige zu denken; wende dich entschlossenvon Allem ab, was dich daran mahnt; richtedeine ganze Aufmerksamkeit auf einen neuen, dichganz ergreifenden Gegenstand; thue dieß und duwirst die Vergangenheit bemeistern. — Sie lächeln,als wäre dieß unmöglich; und doch ist es nicht umein Iota schwieriger, als sich von einer Lieblings-beschäftigung losreißen, um sich einem im Anfangwiderwärtigen Gegenstand zu widmen. Dieß thutder Geist durchs ganze Leben; so kann er auchdas Andere thun, wenn Sie nur den Kraftauf-wand nicht scheuen. Ueberdieß scheint es mir demmenschlichen Herzen nicht natürlich zu seyn, vielauf die Vergangenheit zu schauen; alle seinePlane, seine Entwürfe, seine Wünsche gelten der