leuchtend genug; wer Henkers sollte denn, ein Wohl-gefallen an mir haben, wenn ich selbst es nicht anmir hätte.
Eh ich das Collegium verließ, verfiel ich inLiebe. Andre Gesellen in meinem Alter würdengewimmert, sich wöchentlich nur zweimal barbirtund Verse gemacht haben. Ich that von all^dicsemnichts; das Letzte zwar versuchte ich, aber zu mei-ner unendlichen Uebcrraschung fand ich, daß meinGenie nicht universell war. Ich ficng an:
O Mädchen, meiner Muse Ziel bist du!
Aber dazu fiel mir nach langem Schwitzen keinanderer Reim ein, als Schuh; ich fieng von neueman:
Bist tu nicht werth der schönsten Rosen?und der Bruder zu diesem Reim trat auf, wie ichselbst, in Hosen; andere Bemühungen hatten glei-chen Erfolg; Gnade erweckte in meiner Einbil-dungskraft keinen andern Reim als Pomade;Gefahr ließ mich nur denken an Haar, unddem gv ldnen Fingerreife, begegnete gar derunpassende Gegensatz: Seife. Da ich mich somitüberzeugte, daß die Kunst der Pieridcn nicht meineStärke war, verdoppelte ich meine Aufmerksamkeitans meine Kleidung. Ich verwandte die größteSorgfalt auf Röcke, Cravatten, Essenzen, Ocle,worauf mich die Begeisterung meiner Verse selbsthinzuweisen schien; kurz, ich hielt es für den bestenBeweis, den ich meiner Dulrinea von meiner Lei-