genthümlichkeit eines Urtheils oder eines Rockes,entdeckt meine Aufmerksamkeit im Augenblick, undübergibt sie meiner Erinnerung für ewige Zeiten.
„Sie haben Joiiy's Heemire cke I» LIir>ii,5eeü'Xllliu gelesen?" fragte unser Wirth den LordVincent.
„Ja wohl, und denke nicht hoch davon. Da istein unabläßiges Haschen nach Geistreichem, dasebenso nnabläßig wieder im Langweiligen unterflnkt.Er gleicht einem schlechten Schwimmer, arbeitet sichgewaltig ab, qntrlt viel Schaum ans und kommtkeinen Fußbreit vorwärts. Es ist ein mühsamesBestreben, um nicht zu sinken. In Wahrheit, Herr
von A-, in Ihrer Literatur ist dermalen große
Ebbe; schwülstig im Drama, seicht in der Filosofie,abgeschmackt in der Poesie, scheinen Ihre jetzt le-benden Schriftsteller mit Boileau zu denken:
„Bon unfern Uebeln ist oft die Vernunft dasSchlimmste!"
„Gewiß werden Sie doch zngcben," rief Ma-dame d'Anville, „daß Lamartinc's Poesien schön sind?"
„Ich gebe zu," antwortete er, „daß sie zumBesten gehören, was Sie haben, und ich kenne sehrwenige Zeilen in Ihrer Sprache, die sich mit denzwei ersten Strafen in seiner lUeckir-nion über Na-poleon messen dürften, oder mit jenem vortrefflichenGedicht: der See, überschnellen; aber Sie wer-den mir auch zngestchcn, daß ihm Originalität undKraft mangeln. Seine Gedanken sind pathetisch,