II. Die „jungdeutschen" Ncichüffer.
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Begabung hat Bleibtreu den von ihm erfundenen Realistennicht geben können, wohl aber haben sie ihm einige von seinenGeschäftskniffen abgeguckt. Sie haben sich, um aus UnkundigeEindruck zu machen, als Ehrenmitglieder einige anständigeSchriftsteller beigesellt, die man erstaunt ist, in dieser Galeremitfahren zu sehen. So rechnen die Realisten z. B. zu denIhrigen Theodor Fontane, einen echten Dichter, dessen Romaneneben den besten, die gegenwärtig von irgend einem europäischenSchriftthum hervorgebracht werden, ihren Platz behaupten,H. Heiberg, ein starkes, obschon ungleiches, Talent, das nurleider, anscheinend durch äußerliche Umstände, zu hastiger undübermäßiger Arbeit genöthigt ist, gegen welche vielleicht sein künst-lerisches Gewissen vergebens Einspruch erhebt, und Detlev vonLiliencron, der zwar durchaus kein Genie, aber ein guter, form-tüchtiger Lyriker ist und sich neben den Epigonen-Dichtern,einem Hopfen, Lingg, Greif sehen lassen kann. Bei dem hohenStande, den die deutsche Lyrik, auch nach dem Urtheil des Aus-landes die erste der Welt, seit Goethe ununterbrochen einge-nommen hat, ist es schon ein großes Lob, wenn man von einemdeutschen Dichter sagen kann, er bleibe nicht hinter dem Durch-schnitt der letzten siebenzig Jahre zurück. Allerdings ragt Lilien-cron über ihn auch nicht hinaus-und ich sehe nicht, wie manihn gerechterweise etwa über R. Baumbach stellen kann, gegenden die Realisten Geringschätzung heucheln, wohl weil er esverschmäht hat, sich dem Rudel anznschließen. Es ist nichtunbegreiflich, daß ein Fontane oder Heiberg sich die aufdring-liche Gemeinschaft der Realisten gefallen läßt. Zu Meßdienern,die blos das Weihrauchfaß zu schwingen haben, werden auch inder Kirche manchmal Jungen von der Straße zugelassen. Unddie einzige Gegenleistung für die Ernennung zum Realistenllonoris ennsn ist ja in ihrem Falle die schweigende undlächelnde Duldung dieser Bloßstellung eines guten Namens.Nur Liliencron glaubt sich verpflichtet, seinen neuen Genossen