(durch die Mongolen 1256), diese mitten in derChristenheit durch königlichen Neid und pfässischeHabsucht (Philipp der Schöne v. Frankr. und Cle-mens V. 1310 — 12.).
Wodurch sich aber die beiden Ordcnsverbindun-gen gänzlich von einander unterschieden, war, daßdie Templer nur den zum Manne gereiften Jüng-ling erst nach langer schwerer Prüfung aufnahmcn,die Assassinen aber gesunde und starke Kinder auf-kauften und dieselben zu ihrem Dienste in der Ein-samkeit an anmuthigcn Orten ausziehcn ließen. Hierward die Einbildungskraft derselben auf alle mög-liche Art genährt und erhitzt. Diese Ecziehungs-pcriode schildert, außer Hammer in seinem Werke(Geschichte der Assassinen), besonders lebendig derberühmte Venetianische Reisende Marco Polo.
War ein solcher Akolyth reis zu den mörderi-schen Unternehmungen des Ordens, so wurde ihmein betäubender Trank eingegeben, und er nun, derSinne beraubt, in einen paradiesähnlichen Gartengetragen, wo er unter blühenden Rosenlauben beimPlätschern silberreiner Quellen erwachte. Alles, wasden Gaumen kitzeln konnte, wurde ihm gereicht, rei-zende Mädchen in verführerischer Kleidung bedien-ten mit der gefälligsten Hingebung den Sinnetrun-kenen, Tanz, Saitenspicl, Gesang der Bögel und dieLieblichkeit der blühenden Houris flößten dem Einzu-weihendcn den Wahn ein, er sei der Erde entrückt.
Nach einem abermaligen Schlaftrünke befander sich wieder an dem Orte seines alten kummer-vollen Aufenthalts. Wenn nun die Sehnsucht unddie Erinnerung an das verlorne Glück auf sein Gc-müth zu wirken ansing, trat der Alte vom Bergevor ihn hin, und zeigte ihm an, daß er sich wirk-