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Buch IV. Sechstes Hauptstück.
in Flammen gesetzt und der Religion fast unheilbare Wundengeschlagen habe. Seine Meinung war, beide Lhcile müsstenvon allen dogmatischen Entscheidungen über streitige Gegen-stände der Spekulation abstchen, ausserdem würden weder dieEinen noch die Anderen je dahin kommen auf vernünftigeGründe zu hören *).
Der Kurfürst hatte einen prächtigen Hof und zahlreicheTruppen. Wenig empfindlich bei den Leiden der Menschheitbelastete er seine Unterthanen ausserordentlich, um sein Ge-pränge zu erhalten und seinem kriegerischen Geiste Raum zugeben; ausserdem überließ er seine Staaten der Plünderungseiner Minister, welche bei unbedeutenden Gegenständen großenEinfluß auf ihn hatten, die er aber bei wichtigen wenig zuRathe zog.
Gegen das Ende seines Lebens folgte er der Kurfürstinzu sehr. Er glaubte, die kurfürstlichen Familien in Deutsch-land hatten sich dermaßen geschwächt, daß sie bald nicht mehrim Stande sein würden die Freiheit des Reichs gegen dasHaus Österreich zu verthcidigcn, welches durch seine Siege inUngarn täglich ein größeres Übergewicht gewinne. So hättenSachsen, Pfalz, Braunschweig und Hessen, weil sie den nach-gcborcnen Söhnen einen großen Theil gegeben, ihre Fürsten-tümer fast bis auf Nichts heruntergebracht. Um das zu ver-meiden, beschloß er alles seinem Altesten zu Hintersassen', umihn in den Stand zu setzen ein Gegengewicht gegen das kai-serliche Haus zu bilden, dessen Joche das übrige Deutschlandbereits unterworfen war. Darum erlaubte er der Kurfürstinmit beiden Händen zu nehmen, um ihren Kindern etwas zuverschaffen, denen er, wie er sagte, nicht einen Fuß breit derkurfürstlichen Länder geben wolle ^). Die Kurfürstin unterließnicht sich nach Möglichkeit zu bereichern.
1) kseiollklli Neworis ?srt. II. p. 533 erzählt, er habe inCleve an der Tafel des Kurfürsten gespeist und dieser; piu kolitico,vlis keligioso, ein großes Glas auf den Papst ausgebracht, was Paci-chelli mit einer Gesundheit auf das Haus Österreich erwiedert, für wel-ches der Kurfürst damals sehr gestimmt gewesen.
2) Es würde eine solche Äusserung höchst auffallend sein, wenn sienicht erstens aus der Zeit vor Gründung seines Testaments v- I- 1636