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2 (1837) Von 1640 bis 1688
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Buch IV. Sechstes Hauptstück.

inneren Einrichtungen beschäftigt. Man wüsste wohl keinenZweig der Verwaltung zu nennen, der, wenn er überhauptdamals berücksichtigt wurde, völlig vernachlässigt worden wäre;dagegen sehen wir ihn fortwährend aufmerksam auf jede neueHülfsquelle, auf jedes Ereigniß, das für ihn und seinen Staatbedeutend werden kann. So bleibt er durchaus. Er war schonlange kränklich und litt an der Gicht. Um so tiefer musste

r. März ihn da noch der Tod seines dritten einundzwanzigjährigen Soh-

1687 neZ Ludwig erschüttern. Mit dem Anfänge des Jahres 1688bildete sich die Wassersucht unheilbar bei ihm aus und ließihn bald sein herannahcndes Ende nicht bezweifeln '). Wie einguter Hausvater, Fürst und Christ traf er in der Stille dienöthigen Anstalten, um alle seine Angelegenheiten zu ordnen.

- April Zwei Tage vor seinem Ende, nach einer durch quälende Schmer-

1688 ^rr schlaflos zugebrachten Nacht, ließ er sich ankleiden und be-fahl ungewöhnlich früh die geheimen Räthe, übrigens wie ge-wöhnlich an diesem Wochentage, in seinem Zimmer zu ver-sammeln. Als sie sich gesetzt hatten, redete er seinen Sohn,den Kurprinzen, an: Er sei überzeugt, daß er zum letzten Maledem Rathe beiwohne, da er in wenig Tagen sterben werde.Er habe viele Kriege geführt, die ihm viele Mühe und Sor-gen, seinen Unterthanen große Übel verursacht hätten, Jederwisse, wie er den Staat nach dem Tode seines Vaters gefun-den und wie er ihm mit Gottes Hülfe aufgeholsen, seinerFeinde Schrecken geworden und seiner Freunde Achtung ver-dient habe. Er übergebe dem Prinzen nun die Regierung undermahne ihn, auf dem betretenen Pfade fortzuschreiten, immerumsichtig zu handeln, die Waffen, obwohl nur zur Erhaltungseiner Sicherheit und des Glanzes seines Hauses, doch immerzur Hand zu haben, seine Unterthanen zu lieben, treue Rath-geber zu wählen, nicht auf ungerechte Anschläge zu hören undimmer eingedenk zu sein, daß er die Pflicht habe den ererbten

1) Die folgende Erzählung von den letzten Lebcnstagcn des großenKurfürsten aus kukenäork XIX. H. 100 stimmt im Wesentlichenwörtlich mit der des Grafen Christoph von Dohna in s. MemoirenS. 55 ff. überein. Bergl. Herings Beiträge ll. S. 47 u. ÖlrichsMedaillencabinet lXr. 81 ff. Die gemeinschaftliche Quelle ist wohl desHofpredigers CochiuS Leichenpredigt.