460 Buch !V. Sechstes Hauptstück.
Franzosen bauetcn in den letzten Jahren mehrfach Taback inder Mark mit günstigem Erfolge ').
Alle diese mannichfachen Fabriken und Manufacturen suchteder Kurfürst fortwährend auf dem damals allein bekanntenWege des Ausfuhrverbots des rohen Materials und der hohenBesteuerung, oder des Verbots der Einführung fremder Fabri-kate zu unterstützen, die Zuckerrafsinerie z. B. indem jedesPfund fremden Zuckers mit einen Groschen besteuert wurde.
Hauptsächlich für die Fabriken und Manufacturen wurdedie Einwanderung der Franzosen wichtig und das schon in ih-ren Anfängen noch unter der Regierung des großen ^Kurfürsten,weit mehr natürlich unter dessen Nachfolgern bemerkbar. Mansieht aus den angeführten Einzelnheiten, daß dem Kurfürstennicht leicht etwas entging, was er nicht zur Erhöhung seinerEinkünfte benutzt hätte, obwohl das nicht immer gelang, weiler zu viel selbst übernahm und sich schon überall das Stre-ben zeigte, die Privatthätigkcit zu leiten, ja zu zwingen, undzu Gunsten neuer Einrichtungen, ja nur zur Erprobung der-selben allgemeine Interessen ohne Schonung zu verletzen, ohnedas doch zu bezwecken. Es war jene Richtung, nach welcherdie Regierung das Beste wollte, sich aber auch allein für ge-eignet hielt' es zu erkennen und es möglichst selbst oder dochauf bestimmtem Wege, oft ohne gehörige Beachtung der Hin-dernisse, auszuführen.
Für den sehr hcrabgekommenen Elbhandel stellte er dieeingerissenen Misbräuche bei den Zöllen ab und machte daherden Tarif bekannt, mit dem Verbote, an die Zöllner irgendein Geschenk zu geben; auch sollte kein Baum-, Commandan-ten- und Festungsgeld weiter erhoben, in Dömitz und Boitzen-burg an Mecklenburg und Sachsen-Lauenburg kein höhererZoll, als im I. 1672 vertragen worden, bezahlt werden.
Vorzüglich war er auf Beförderung des Seehandels be-dacht. Wir haben schon erzählt, daß er im Jahre 1675 eineMarine zu errichten ansing, dann ein Handelscollegium ein-setzte, und wie wichtig deshalb für ihn der Besitz von Stettinwar. Nachdem er Pommern wieder verloren, gab er seineEntwürfe nicht sogleich auf. Er gab (1680) denen, welche
1) Vergl. Königs Berlin S. 459 f.