Manufacturen und Fabriken. 456
leder, Gerbereien, Drath-, Sensen-, Futterklingen- und Blech-Hammerhütten anlegen lassen. So richtete er 1674 ein Stahl-werk, 1685 eine Gewehrfabrik, ferner 1686 eine Zuckersiedereiund Gaze-, Seide - und Kreppsabrik, 1687 ein Blech - undZinnhaus an und bezweckte dasselbe 1678 mit einer Porcellan-bäckerei. Besonders suchte er, obwohl vergeblich, die immer nochsehr daniederliegende Wollfabrikation zu heben und befahl, daßBettler, Müßiggänger und Kinder, die zur Spinnerei tüchtigwaren, an Orten, wo sich Wollmanufacturen und Zeugmacherbefanden, abgeliesert, auch Bettler und Lumpengesindel ohneRücksicht auf die Freiheiten der Herrschaften und deren Juris-diction aufgcgriffen und nach Spandau geliefert würden, woer (1687) ein Zucht- und Spinnhaus anlegte
Im I. 1676 gab er an zwei Juden ein Privilegium zuAnlegung einer Labacksspinnerei in der Mark; sie durften dazunoch auf fünf Jahre fremde Blätter cinführcn, dann solltennur einheimische verwendet werden. Alle anderweitige Einfuhrfremden Tabacks, ausser des brasilischen und Knasters für Ber-lin, wurde verboten. Es scheint das keinen Fortgang gehabtzu haben, denn bald nachher (1681) gab er einer Gesellschaftin Berlin ein Privilegium gleicher Art auf zwanzig Jahre undließ untersuchen, wie viel Taback in der Mark und Pommerngebauet würde. Weil das nur in geringem Umfange der Fallwar, durften von der Gesellschaft die Blätter aus der Fremdeentnommen werden, alle übrige Einfuhr wurde verboten. Aus-ser der Gesellschaft war Labacksspinnerei und Verkauf bei zwei-hundert Lhalern verboten. Diese Fabrik gedieh einige Zeit hin-durch. Um die Anpflanzung des inländischen Tabacks zu he-ben und den Handel freier zu machen, der kein Monopolwerden solle, gab der Kurfürst nachher (1687) für einzelneangesehene Städte der Provinzen Privilegien zu Tabacksspin-nereien. Ihnen wurde die übrigens verbotene Einfuhr fremdenTabacks gegen Zoll und Accise gestattet, dafern die inländischenLabacke nicht durchaus von der Gelindigkeit und Annehmlich-keit wären, daß sie verbraucht werden könnten. Holländer und
I) Historisch - polit. Beiträge Th. 11. S. 277. Schon im August1688 wurden die Gefangenen an Seidcnhändler zum Spinnen gege-ben.