Finanzen. Domainen.
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Die Verwaltung der Domainen war noch lange, ohnge-achtet aller darüber erlassenen Verordnungen und Befehle, ingroßer Unordnung. Zahllose Unterschleife fanden statt, wor-aus besonders der damalige Kammerrath Kraut aufmerksammachte. Nach dem Tode des Hofkammerprasidcnten von Glad-beck, der statt der vortheilhaften Verpachtung die Administri-rung der Domainen wieder völlig durchgeführt hatte, richteteder geheime Rath Friedrich von Jena (seit 1682) die Verpach-tungen wieder ein, was der Hofkammerpräsident von Knyp-hausen (1684) zum großen Vortheile für den Staat fortsetzte,indem er den bisherigen Ertrag nach und nach dadurch ver-doppelte'), ja die Hoffnung hatte ihn bis auf 1,200,000Thaler zu bringen; indessen betrug die Summe des Ertragsder Domainen, der Post - und anderer dazu geschlagenen Ge-falle zuletzt etwa 6—700,000 Thaler, so daß die Gesammt-einkünfte des Staats sich auf etwa 2'/r Millionen Thaler be-laufen mochten. Von diesen wurde zum Unterhalte des Heeresallein über eine Million, für den prächtigen Hofstaat im Jahre1674 150,000, im I. 1680 180,000, zuletzt 226,000 Thalerverwendet °), doch wurde damit auch der Unterhalt einigerGarnisonen und Militairbeamteten (mit 78,000 Thlrn.), danndie Besoldung der Civil- und Justizbeamteten bestritten. Aus-serdem aber hatte die Chatoullencasse für die persönlichen Be-dürfnisse des Kurfürsten und seines Cabinets nach einem sechs-unddreissi'gjährigen Durchschnitte jährlich über 120,000 Thaler,also zuletzt höchst wahrscheinlich über 200,000 Thaler Ein-nahme. Die Jägerei kostete noch besonders allein jährlich
1) Historisch-politische Beitrage Th. II. S. 20.
2) Ich verdanke meinem Freunde, dem um die brandenburgische Ge-schichte mehrfach verdienten Professor Riedel, mehrere Beiträge zu diesenZahlen, welche daher, als aus dem Archive genommen, glaubwürdig-seindürsten. Die Post warf im Durchschnitte jährlich noch nicht 40,000 Tha-ler ab, zuletzt aber jährlich weit mehr. Zu vergleichen ist BüschingsMagazin LH. II. S. 521, wo die gesummten Einkünfte im Jahre 4683auf I,53Z,7S5 Thlr. angegeben werden. Diese Zahl hat, ohne Büschinganzuführen, Orlich S- 240; doch sind das nur die zum Kriegsctat ge-hörigen Einkünfte, Th. 11. S. 20.