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Vertrag mit Österreich.
Juli
müssen was cs fordere, und ließ, ohne doch wegen der be-schwerlichen Zeiten jetzt weiter darauf zu dringen, an seineRechte auf die erledigten Fürstenthümer Liegnitz, Krieg undWohlau erinnern, und die aus Jägerndorf wiederholen. DerKaiser, der schon seines Bundes mit Polen gewiß war, ver-weigerte den Vertrag mit Frankreich, stellte des KurfürstenRechte auf die schlesischen Fürstenthümer in Abrede und wolltefür die Ansprüche auf Jägerndorf nur eine Summe Geldesgeben, was der Kurfürst ablehnte ^). Dieser erbot sich, demKaiser auf eigene Kosten 7500 Mann Hülfstruppen, ja mehrzu schicken, wenn den Foderungen Frankreichs nachgegebenwürde, ließ auch schon 18,000 Mann bereit halten nachSchlesien zu marschiren, indem er zugleich ermahnte von derVerfolgung der Evangelischen abzulassen. Der Kaiser, welcherschon über die allerdings ihm sehr ungelegene Erinnerung anLiegnitz, Brieg und Wohlau empfindlich und wegen der Klageüber die Verfolgung der Evangelischen argwöhnisch war, wolltenur 6000 Mann haben, der Kurfürst nicht unter 12,000Mann stellen, welche sich besser schützen könnten. Der Kaiser ^83bewilligte ihm endlich dazu vertragsmäßig 300,000 Thalcr zurBestreitung der Kosten. Schon waren die Truppen bereitund in Schlesien Quartiere eingerichtet, als der französischeGesandte in Berlin, welcher diese dem Kaiser gegebene Unter-stützung ungern sah, dem französischen Gesandten in Münchenschrieb, der Kurfürst habe gar nicht die Absicht dem Kaiser zuhelfen, sondern sich der drei erledigten Fürstenthümer in Schle-sien zu bemächtigen. Das wurde, wie bezweckt, dem Kaiserhinterbracht, und dieser, nun besorgt, änderte die Artikel desVertrags, so daß ihn der Kurfürst nicht annehmen konnte,daher auch diese Truppen keinen Antheil an der BefreiungWiens hatten 2).
Unterdessen war der Kurfürst ernstlich bemüht den durchfranzösische Umtriebe sehr gefährdeten Frieden im NordenDeutschlands zu erhalten. Hier waren die Herzoge von Lüne-burg und Hannover eben so eifrig für Ausdehnung ihrer Machtund für den Kaiser gestimmt, als Dänemark für Frankreich.
1) ?utenäork XVIII. Z. 80 — 84. Wagner p. 5s9.
2) pulenllork XVIU. Z. 94-S6. Wagner p. 540.
Stcnzel Gesch. d. Preussisch- Staats. II. 27
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