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Buch IV.
Sechstes Hauptstück.
durch seine Politik, auf welche damals der von Frankreich ge-wonnene geheime Rath Gottfried von Jena sehr vielen Ein-fluß hatte. Er lehnte daher die ihm von den Gegnern Frank-reichs eingetragenen Bündnisse ab, gegen den Kaiser nicht ohneBitterkeit, mit Hinweisung auf den traurigen Ausgang desnimwcger Friedens, und gab sogar Ludwig XIV. Nachrichtvon den Anträgen Schwedens zur Bildung der allgemeinenAssociation gegen Frankreich, wobei er zugleich die Absichthatte, den Bruch zwischen beiden Machten unheilbar zu ma-chen und sich auf diese Weise den Weg zur WiedcreroberungPommerns zu bahnen.
Die Franzosen, sehr darauf bedacht der gegen sie ge-richteten Association ein anderes Bündniß entgegen zu stellen,benutzten die Stimmung des Kurfürsten und suchten ihn aufjede Weise zu gewinnen und gegen den Kaiser zu reizen. Sieeröffncten ihm Aussichten auf die Erwerbung des schwedischenPommerns, mahnten ihn auch wohl, seine Ansprüche auf dieHerzogthümer Liegnitz, Brieg und Wohlau sowie auf Jägern-dorf gegen den Kaiser geltend zu machen, und schlossen mit22. Jan. ihm ein neues Bündniß'), vermöge dessen der Kurfürst sich1682 bemühen sollte die friedliche Beilegung des Streits zwischendem Reiche und Frankreich zu bewirken, das heisst, diesemdie Abtretung der in Anspruch genommenen Neichslande zuverschaffen; dagegen versprach Ludwig XIV. mit den weitern
Beantwortung der kurbrandcnburgischen nähern Ausführung u. s. w.seiner Ansprüche auf die schlesische» Fürstenthümcr Cap. III-, daß sichder große Kurfürst damals habe vom Reiche losreissen wollen. Daßdavon mag gesprochen worden sein, ist gar nicht unwahrscheinlich, obgleichcs i. I. 1741 geleugnet wurde. Frankreich hätte es sicher gern gesehen.
1) kulentlork H. LZ ff. und der Vertrag angeführt §. 44, erist noch ungcdruckt. Es muß aber schon vorher ein geheimer Vertrag,dessen Inhalt ganz und der Tag des Abschlusses nicht sicher bekannt ist,zu Stande gekommen sein, von dem ^Vugeiiaar IV VI. p. 385 angibt,er sei am 11. Januar 1681 abgeschlossen worden, er kenne aber den In-halt nicht. Daß dieser Vertrag cxistirte, ergibt sich aus der Beschwerdedes Kurfürsten über nicht gezahlte Subsidicn, von denen im Vertrage von1682 nichts steht, und daß der Kurfürst sich ausdrücklich auf ihn berief.I-uIendorl XVIII. §. 74. u. XIX. §. 8. IVagner p. 489 wussteauch etwas davon; cs soll die Stimme des Kurfürsten für den Dauphinzur Kaiserwahl betroffen haben.