Frankreichs Umgriffe.
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So war der Kurfürst nun mit fast allen seinen bisheri-gen Verbündeten gespannt und das eine der Hauptursachen,welche Deutschland hinderten den Anmaßungen Frankreichskräftig entgegen zu treten, zu dem sich Friedrich Wilhelm hin-neigte, von dem er für sich noch die meisten Vortheile hoffenkonnte'). Um sein Heer nicht entlassen zu müssen, hatte erdem Könige sogleich nach dem Frieden von St. Gcrmain einenges Bündniß gegen ansehnliche Subsidien angctragen, wasdieser ablehnte, weil er selbst der Ersparung wegen viele Trup-pen entlassen müsse, man auch schicklichcrwcise nicht vomKriege zu einem engen Bündnisse übergehen könne. Nunwurde der Kurfürst umsichtiger und ließ bald sich suchen ch.Ludwig XIV. hatte aus den Umstanden, unter denen er dienimweger Friedensschlüsse bewirkte, die Ohnmacht, vorzüglichdes Reichs, wie auch der anderen Hauptmächte, Hollands undSpaniens klar erkannt; des verschwenderischen Königs vonEngland war er ziemlich gewiß, wenn er Geld dafür aufwen-dcn wollte. Ohne Achtung für Recht, nur auf Erweiterungseines Reichs und des Glanzes seiner Herrschaft bedacht, be-schloß er sofort die Lage des fast wehrlosen Reichs zu nützen,indem er die Souveränität über die von ihm im westfälischenFrieden erworbenen Rcichslande in Anspruch nahm und sieauf alle zu jenen Ländern irgend einmal gehörige oder mitihnen in Verbindung gewesene Stücke ausgedehnt wissen wollte.
So wurden, um der Gewalt einen Schein des Rechts zu ge-ben, sogenannte Neunionskammern in Metz, Breisach und 1679Besaneon errichtet, und ausser den Anfoderungen an Spanienverlangte der König eine ansehnliche Menge deutscher Städte,Grafschaften und Fürstcnthümer und würde unter diesem Vor-wände immer weiter fortschreitend das ganze Reich haben ein-ziehen können. Während die Deutschen den Ungrund dieserAnsprüche sehr gelehrt nachzuweisen bemüht waren und auf
äe ses exploits maritiwes. 24. lanv. 1731. Bergt, dazu kukonllorkXVIIl. Z. 10 ff.
1) Es ist dieselbe Politik, welche Baicrn abwechselnd unter verschie-denen Kurfürsten hatte und wodurch es allerdings auf Kosten Deutsch-lands zuletzt groß geworden ist.
2) kukenäorl XVlII. Z. 2.