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2 (1837) Von 1640 bis 1688
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Buch IV. Fünftes Hauptstück.

seinem Abmarsche erhielt er Nachricht, die Schweden wichenauf die bis dahin sehr geheim gehaltene Kunde von seiner An-näherung eilig zurück und würden von Görzke mit 4000 Rei-tern und 1000 Mann beritten gemachten Fußvolks verfolgt,um ihren Marsch zu verzögern. Der Kurfürst schickte diesemsogleich noch 3000 Reiter, weil er selbst aber noch zu weitvom Feinde entfernt war, ließ er, um ihn noch zu erreichen,aus Per Umgegend alle Schlitten zusammenbringen, das Fuß-volk fahren und zog über Preusstsch-Mark und Holland nachHeiligenbeil, von hier sieben Meilen der Lange nach über dasgefrorene frische Haff und kam mit unerhörter Schnelligkeit in

26. Jan. Königsberg an. Görzke hielt unterdessen die nach Insterburg

zurückgezogenen Schweden so im Athem, daß ihre Reiter kauni jvon den Pferden steigen durften und keine Nacht Ruhe hatten. !Zahlreiche Gefangene und Überläufer wurden eingcbracht, wcl- ^che einstimmig von der traurigen Beschaffenheit des schwedi- !scken Heeres Nachricht gaben, das kaum noch 8000 Mann !

Kampffähiger zählte, nachdem über 2000 durch Krankheitenhingerafft worden wären. Die Bauern erschlugen jeden ein-zeln Umherstrcifcndcn.

Als der Kurfürst in Königsberg erfuhr, die Schwedengingen von Insterburg auf Tilsit, eilte er ihnen zuvorzukom-men, ihre nächste Rückzugslinie zu durchschneiden und ihnenden Weg durch Preusscn zu verlegen. Er ließ sogleich wieder

27. Jan. so viele Schlitten als möglich zusammenbringen und das Heer

nach Labiau ziehen. Hier erfuhr er am folgenden Tage, dieSchweden wären schon 9 Meilen nordöstlich von ihm in derNähe von Tilsit angelangt. Sogleich schickte er Görzke mit4000 Reitern, deren 1000 Mann starken Bortrab Treffenfcldführte, ab und befahl Alles anzuwendcn um die Schweden auf-zuhalten; er selbst mit den übrigen 3000 Reitern, dem Fuß-volke und den Geschützen marschirte, anstatt im Bogen das

29. Jan. kurische Haff zu umgehen, drei Meilen geradezu über dasselbebis zur Mündung der Gilge während die Schweden in

1) S. Ölrichs Medaillencabinct dir. 57 64, wo wie gewöhn-lich auch manche schätzbare literarische Notiz des gelehrten Forschers.

Vergl. 'I'deatr. ILurop. XI. p. 1454 f.