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2 (1837) Von 1640 bis 1688
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Friedrich Wilhelms Krieg für Holland. 317

abzuhalten. Er antwortete: auch Cleve sei ein Reichsland undwerde durch die Franzosen ruinirt; er wolle sich seinen bedrück-ten Unterthanen nähern und hoffe nicht gehindert zu werden ^).

Montecuculi, als er nun in Halberstadt mit 16,000 Mannzum Kurfürsten stieß, rieth diesem, seinen geheimen Verhal-tungsbcfehlen gemäß nicht durch Westfalen, wie der Kurfürstwollte, an den Nieder-, sondern an den Obcrrhein und dieMosel zu marschircn, angeblich um den Franzosen die Zufuhrauf dem Strome abzuschneiden und sie so zu nöthigcn Deutsch-land und vielleicht Holland zu raumen. Vor Ankunft derholländischen Truppen sei ohnehin das Heer zu schwach, esmit Turenne aufzunehmen, der eine Schlacht wünsche °). DerKurfürst ging in die Falle, suchte Montecuculis Gründe auchden Holländern sehr annehmlich vorzustellen, marschirte über Septbr.Witzenhausen an die Werra und durch das Fuldaische und 1672Oberhessen gegen den Rhein. Der Kurfürst von Trier lobte Octobcrihn und sein rühmliches Unternehmen für das Reich höchlichst,verweigerte aber den Übergang bei Koblenz, weil er das auchdem Könige Ludwig XIV. abgeschlagen. Ebenso verfuhr der November- Kurfürst von Mainz, beide aus Furcht vor den Franzosen undweil Lobkowitz dem Letztem geschrieben hatte, den Übergangnicht zu gestatten, denn der Kaiser habe den Marsch seinerRegimenter nur auf inständiges Bitten des Fürsten von An-halt-Dessau nachgegeben, um diesen los zu werden. Nunwollte Friedrich Wilhelm bei Nierstein unfern Oppenheimsübergehen; hier legte ihm der Kurfürst Karl Ludwig von derPfalz alle möglichen Hindernisse in den Weg, und Montecuculiweigerte sich geradezu weiter zu gehen. Turenne war unter-dessen am Rheine hinaus bis Trier marschirt, um sich dort mitConde zu vereinigen. Die Generalstaaten waren unzufriedendamit, daß der Kurfürst ihnen nicht unmittelbaren Beistandleistete und den Franzosen keinen Abbruch that. So überalli gehemmt und dazu noch mit Vorwürfen überhäuft, wollte derKurfürst zurück nach Westfalen gegen den Bischof von Mün-

1) Ibeatr. Lurop. XI. p. 54.

2) Wagner p. L98. Da Montecuculi Befehl hatte, den Kriegmehr zu zeigen als zu führen.