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Buch IV- Viertes Hauptstück.
öfters gebrauchte Oberstallmeister Gerhard Bernhard von Pöll-nitz ') dem Millet Nachricht von den wirklichen Unterhandlun-gen mit dem Kaiser und Spanien, worauf Ludwig XlV. sei-nem Gesandten befahl, dem Kurfürsten und dem Pfalzgrafenvon Neuburg, welche Ansprüche auf das spanische Geldernhatten, den Vorschlag zu machen, sich dessen zu bemächtigen,dann wolle es ihnen Frankreich erblich gegen Jedermann ge-währleisten; zugleich sollten sie alle zu machenden Eroberungenund alle bis Mecheln, Arschot und den Fluß Rüpel zu erhe-benden Contributionen behalten; auch verpflichtete er sich, Pfalz-Neuburgs Bewerbungen um den polnischen Thron zu unter-stützen, wenn der Kurfürst den kaiserlichen und allen anderenTruppen den Durchmarsch durch Westfalen nach Belgien ver-legen und noch auf drei Jahre den Rheinbund, welcher ebenablief, verlängern wolle. Der Pfalzgraf von Neuburg solltedurch einen besondern Abgesandten den Kurfürsten auf franzö-sische Seite zu ziehen suchen, dem Oberpräsidentcn von Schwe-rin und dem v. Pöllnitz, welcher immer gut französisch gesinntgewesen, Aussicht auf eine königliche Gnadenbezeugung ge-macht werden ^).
Millet wartete lange vergeblich auf die Ankunft des neu-14. Gept. burgschen Gesandten und erbat sich daher endlich selbst Aus-1667 ^nst über die Gerüchte, daß der Kurfürst für Spanien sei.Dieser erwiederte, er habe bereits versichert, daß er die An-träge des Markgrafen von Baden abgelehnt, da er sich mitSpanien auf Nichts einlassen wolle. Übrigens habe er bereitsseine Vermittelung angeboten, wolle diese auch nun durch denaus Dänemark zurückgekehrten geheimen Rath v. Blumenthalförmlich antragen lassen und könne daher nicht Partei nehmen.Kurmainz denke ebenso. Nun trat Millet mit einem Theileseiner Vorschläge hervor, um den Kurfürsten zu bewegen den
1) Der Graf von Guiche schildert ihn als einen engen Vertrautendes Kurfürsten und als eigentliche Seele des Hofs, als aufgeweckt, feinund interessant, ohne selbst den äußern Anstrich deutscher Biederkeit.
2) Nix net II. p. 284. Vous pourres laire espdrer qnelc>nezräcs a ülr. le Laren de 8cllwsrin, vu <zu'!I n'est pas accoutumd derien conseiller ä son wsttre, gu'il n'x trouve so» campte particulier,schreibt der Minister Lionne an Millet.