Brüssel sein. Er stellte die Gefahr des Reichs vor, wenn diefranzösischen Fortschritte nicht gehemmt würden, und hatte viele,obwohl in der That sehr unsichere Hoffnung auf Unterstützungdurch andere Machte. Der Kurfürst ausserte, er wundere sichüber die Unthätigkeit des Kaisers, erkenne sehr wohl die Gefahrder französischen Eroberungen für das Reich und arbeite be-reits in Holland und Schweden für Spanien; das mache aberdurchaus keine angemessenen Anstalten. Er habe indessen dieLage der Dinge reiflich erwogen, sei bereit zum Bündnisse,wenn er wegen der Kriegskosten und einer weitern Belohnungsichergestellt würde, der Kaiser, die Herzoge von Braunschweig- kLüneburg und die Gcneralstaaten zutratcn und Schweden ru- ihig bliebe. Vor allen Dingen sei dazu Geld nöthig, ohne das rkönne er seine Truppen nicht vermehren. Der Markgraf er- !wiederte, daran solle es nicht fehlen und der Kurfürst dieselben ?Hülfsgelder wie früher von den Gcneralstaaten erhalten, seineBelohnung nach dem Kriege werde die Ehre und sein eigenerVortheil sein. Der Kurfürst antwortete, was die Höhe der lSubsidien angehe, so könne man sich nicht so streng an den siBetrag halten, den die Holländer gegeben hatten, welche wie ßKaufleute mühselig feilschten; unter Fürsten lasse sich nicht soum Pfennige handeln. Damals habe es auch nur einem nichtsehr mächtigen Bischöfe gegolten, jetzt einem der mächtigstenKönige. Mit Holland habe er schon vorher ein Bündniß ge-habt, daher nur die Hälfte der Subsidien erhalten. Es wurdedaher dem Markgrafen veranschlagt, daß die Ausrüstung von
12.000 Mann 160,000 Thaler kosten und der monatliche Sold
87.000 Thaler betragen würde. Zuletzt erklärte sich der Kur-fürst zum Bunde mit Spanien bereit, wenn er wegen derKriegskosten und wegen Schwedens sichergestellt würde ').
Nun handelte er auch mit gewohnter Thätigkeit. Er hieltmit dem Kurfürsten von Sachsen eine persönliche Zusammenkunftund es gelang ihm ziemlich diesen von Frankreich abzuziehcn undfür Österreich zu gewinnen^). Zugleich schloß er mit dem Kur-ls kukenänrk X. Z. 30 ss.
2) Zu Zinna wurde am 27. Aug. ein Münzvertrag geschlossen, umdie Hauptabsicht der Theilnehmer zu verstecken, bei Dumo nt 7. VII.