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2 (1837) Von 1640 bis 1688
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270 Buch IV. Viertes Hauptstück. ^

arbeitete thätig daran, zuerst die Fürsten Westfalens zu vereinmgen, damit dann die übrigen Kreise nachsolgten; auch derburgundische Kreis, um dadurch nicht nur das Reich vor demüberwiegenden Einflüsse Ludwigs XIV., sondern zugleich die spa-nische, zum burgundischen Kreise gehörige Freigrasschaft gegenFebreiar derss^l>en ZU sichern. Wirklich kam der Bischof mit dem Kur-fürsten in Dorsten zusammen, und es wurde hier über drei Ver-trage bis zum völligen Abschlüsse verhandelt: erstens, überdasMitdirectorium des westfalischen Kreises, welches neben Mün-ster der Kurfürst, der es wünschte, erhalten sollte; zweitens,über die freie Religionsübung der Katholiken neben den beidenandern christlichen Glaubensparteien im Cleveschen, wofür der!eifrig katholische Pfalzgraf von Neuburg war; und drittenshauptsächlich, über ein Bündniß zur Erhaltung und Beschützungdes westfalischen Kreises, welches im österreichischen Interesse! §der Bischof von Münster durchsetzen wollte, um sich zugleich ,den Rücken wahrend seines Angriffs auf Holland zu sichern.

Es fehlte nur noch die förmliche Genehmigung des Kurfürstenund die Auswechselung der Vertrage, als Frankreich, dessenweitaussehenden Entwürfen der letzte Vertrag sehr nachtheiligwerden konnte, durch seine Unterhändler dazwischentrat ').

Für den König von Frankreich war der Krieg, welcher >zwischen England und den vereinigten Niederlanden ausbrach, jbesonders deshalb nicht angenehm, weil er durch seinen Bundmit den Generalstaaten genöthigt war diesen Beistand zu lei-sten, während er den König Karl gern schonen und fernerhin >zu seinen Zwecken benutzen wollte. Wie leicht konnte nichtwährend des Krieges eine gegenseitige Erbitterung entstehen?Welche unberechenbaren Verwickelungen konnten nicht währenddes bevorstehenden Todes Philipps IV. eintreten? Doch warLudwig XlV. zu staatsklug, um nicht auch aus diesen UmständenVortheil für seine Zwecke zu ziehen. Diese blieben zunächsthauptsächlich auf die spanischen Niederlande gerichtet. Daßnun die Holländer und England einander schwächten, mochteer gern sehen, desto weniger Widerstand konnten sie seinen Ent-

1) Alpen p. 124 ff. Vergl. Wiens Nachrichten über Bernhardv. Galen Bd. I. (Münster 1834) p. 373 ff.